Wir planten eine Kanutour zu sechst durch die Schären der schwedischen Ostseeküste. Das musste gut vorbereitet werden. Sowohl das Ziel sollte einigermaßen klar sein und klar sein sollte auch, wo und wie wir die Kanus ausleihen konnten. Dazu recherchierten wir im Internet und fanden eine Kanuausleihstation in der kleine Stadt Västervik. Nach einer E-Mail-Korrespondenz in englisch mit der Verleihfirma gelang es uns, drei Boote für eine Woche im Sommer des vergangenen Jahres zu reservieren. Unsere Ausrüstung sollte ebenso gut bedacht und zusammen gestellt sein, hieß es doch, eine Woche abseits von Geschäften, Gaststätten und Hotels zu verbringen. Schließlich hatten wir alles beisammen und unsere Reise konnte beginnen.
Wir setzten mit der Fähre von Saßnitz nach Trelleborg über, um dann weiter via Malmö und Jönköping nach Västervik zu fahren, wobei wir mit einem VW-Bus und einem Golf 3 unterwegs waren. Die Fahrt durch die schwedische Provinz Smaland verlief recht beschaulich und die landschaftliche Schönheit dieser Region entschädigte uns für die ansonsten doch recht anstrengende Tour.
Die Übergabe der Boote verlief reibungslos, allerdings mussten wir einen unserer Reisepässe als Sicherheit hinterlassen. Es schien, unsere Autos, die wir ja hier stehen ließen, genügten dem Verleiher nicht. So paddelten wir dann los, nachdem unsere Utensilien in den Booten verstaut waren. Die südschwedischen Schären sind langgestreckte fjordähnliche Gewässer und das Wasser ist kaum noch salzig, da die Verbindungen zur Ostsee sehr verwinkelt sind. Am ersten Tag machten wir zeitig Station, denn wir waren von der Anreise noch müde. Wir waren aber schon so weit gepaddelt, dass wir weit ab jeglicher Ansiedlungen waren und unser erstes Lagerfeuer entzünden konnten. In den folgenden Tagen paddelten wir durch das unendliche Gewirr der Schären und ohne eine genaue Karte, die wir mitführten, hätten wir uns sicherlich verirrt.
Die Landschaft und die Einsamkeit der Natur in der wir uns befanden, bezauberte uns. Nach dem Paddeln badeten wir ausgiebig, angelten und zündeten an jedem Abend unser Lagerfeuer an. Müde von der körperlichen Anstrengung und von der frischen Luft schliefen wir in unsere Iglu-Zelten nachts dann besonders gut. Bald hieß es wieder, an unseren Ausgangspunkt zurück zu kehren und die Boote abzuliefern. Wir unternahmen noch einen Abstecher nach Stockholm für zwei Tage und rundeten damit unseren Smaland-Urlaub ab.