Archiv für die Kategorie ‘Reiseberichte’

Småland mit dem Auto entdecken

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Da, wo Schweden vielleicht am schwedischsten ist und man tatsächlich ein echtes Stück Astrid Lindgren-Idyll finden kann, liegt die südwestliche Provinz Småland.

Den auch heute noch von Landwirtschaft geprägten Landstrich mit seinen Bauernhöfen und kleinen Dörfern, den typischen Holzhäusern und weitläufigen Feldern, Wiesen und Badeseen erkundet man am Besten mit dem Auto.

Mit dem Pkw ins Pippi Langstrumpf-Land

Auch heute noch ist die Heimat der weltberühmten Schriftstellerin Astrid Lindgren geprägt von Tradition und ländlicher Infrastruktur.

Das Bullerbü-Idyll, das bei vielen von uns sicher die Vorstellung von Schweden und wie es typischerweise sein sollte geprägt hat, existiert hier, im Südwesten Schwedens tatsächlich.
Möchte man ein umfassendes Bild von dem verhältnismäßig dünn besiedelten Småland gewinnen, empfiehlt sich eine Anreise mit dem eigenen Pkw oder das Anmieten eines Leihwagen vor Ort.

Die kleineren Ortschaften sind generell eher schwierig mit Bus oder Bahn zu erreichen, daher wäre entweder die Anreise mit dem eigenen Pkw über den Öresund oder eine Flugreise in den Großraum Malmö, Göteborg oder Stockholm mit der anschließenden Anmietung eines Leihfahrzeugs ideal.

Erholung für Erwachsene, Spielparadies für Kinder

Gerade für Familien mit Kindern ist das Anmieten eines typisch schwedischen Ferienhauses zu empfehlen.

Die Häuschen, die meist in traditionell schwedischer Holzbauweise errichtet wurden, lassen einen Schweden von seiner ganz ursprünglichen Seite entdecken, außerdem ist das Anmieten eines Ferienhauses deutlich kostengünstiger im Vergleich zu skandinavischen Hotel- oder Bed and Breakfreast-Preisen.

Meist sind die Häuschen ländlich gelegen, oft mit Anschluss an einen Bauernhof und in der Nähe von Badeseen, ein echtes Kinderparadies.

Auf den Spuren Astrid Lindgrens

Bei einem Besuch in Småland sollte man unter keinen Umständen einen Besuch in der “Astrid Lindgrens Värld” (“Die Welt der Astrid Lindgren”) verpassen.

In dem liebevoll ausgestatteten Astrid Lindgren-Themenpark können große und kleine Besucher auf den Spuren ihrer Kindheitshelden Pippi Langstrumpf oder Michel aus Lönneberga wandeln.

So gibt es einen Miniatur-Nachbau von Lindgrens Geburtsstadt Vimmerby, in dem bekannte Szenen aus den Werken der Autorin nachgestellt sind.

Braucht man Abwechslung vom idyllischen Landleben, bietet sich ein Ausflug in die am Kalmarsund gelegene Stadt Kalmar an.

Von hier aus kann man über eine Brücke die beliebte Insel Öland besuchen.

Kanutour in Smaland

Freitag, 27. Mai 2011

Wir planten eine Kanutour zu sechst durch die Schären der schwedischen Ostseeküste. Das musste gut vorbereitet werden. Sowohl das Ziel sollte einigermaßen klar sein und klar sein sollte auch, wo und wie wir die Kanus ausleihen konnten. Dazu recherchierten wir im Internet und fanden eine Kanuausleihstation in der kleine Stadt Västervik. Nach einer E-Mail-Korrespondenz in englisch mit der Verleihfirma gelang es uns, drei Boote für eine Woche im Sommer des vergangenen Jahres zu reservieren. Unsere Ausrüstung sollte ebenso gut bedacht und zusammen gestellt sein, hieß es doch, eine Woche abseits von Geschäften, Gaststätten und Hotels zu verbringen. Schließlich hatten wir alles beisammen und unsere Reise konnte beginnen.

Wir setzten mit der Fähre von Saßnitz nach Trelleborg über, um dann weiter via Malmö und Jönköping nach Västervik zu fahren, wobei wir mit einem VW-Bus und einem Golf 3 unterwegs waren. Die Fahrt durch die schwedische Provinz Smaland verlief recht beschaulich und die landschaftliche Schönheit dieser Region entschädigte uns für die ansonsten doch recht anstrengende Tour.

Die Übergabe der Boote verlief reibungslos, allerdings mussten wir einen unserer Reisepässe als Sicherheit hinterlassen. Es schien, unsere Autos, die wir ja hier stehen ließen, genügten dem Verleiher nicht. So paddelten wir dann los, nachdem unsere Utensilien in den Booten verstaut waren. Die südschwedischen Schären sind langgestreckte fjordähnliche Gewässer und das Wasser ist kaum noch salzig, da die Verbindungen zur Ostsee sehr verwinkelt sind. Am ersten Tag machten wir zeitig Station, denn wir waren von der Anreise noch müde. Wir waren aber schon so weit gepaddelt, dass wir weit ab jeglicher Ansiedlungen waren und unser erstes Lagerfeuer entzünden konnten. In den folgenden Tagen paddelten wir durch das unendliche Gewirr der Schären und ohne eine genaue Karte, die wir mitführten, hätten wir uns sicherlich verirrt.

Die Landschaft und die Einsamkeit der Natur in der wir uns befanden, bezauberte uns. Nach dem Paddeln badeten wir ausgiebig, angelten und zündeten an jedem Abend unser Lagerfeuer an. Müde von der körperlichen Anstrengung und von der frischen Luft schliefen wir in unsere Iglu-Zelten nachts dann besonders gut. Bald hieß es wieder, an unseren Ausgangspunkt zurück zu kehren und die Boote abzuliefern. Wir unternahmen noch einen Abstecher nach Stockholm für zwei Tage und rundeten damit unseren Smaland-Urlaub ab.